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Wissen · Artikel 4 · Wissenssicherung

Wissenssicherung vor der Pensionierung: wenn 30 Jahre Erfahrung den Schlüssel abgeben

In vielen Verwaltungen und KMU hängen ganze Aufgabenfelder an einer einzigen Person – und diese Person geht in absehbarer Zeit in Pension. Was dann fehlt, steht in keinem Ordner: die Spezialfälle, die Kontakte, das «woran man denken muss». Wissenssicherung ist planbar – wenn man früh genug beginnt und die richtigen Dinge dokumentiert.

Welches Wissen wirklich verloren geht

Das Formularwissen ist selten das Problem – das steht in Reglementen und Systemen. Kritisch sind vier andere Wissensarten:

Die Faustregel zur Risikoeinschätzung ist einfach: Was passiert, wenn diese Person morgen drei Monate ausfällt? Alles, was dann liegen bliebe oder schiefginge, ist Sicherungsbedarf – und zwar unabhängig von der Pensionierung, denn Krankheit und Kündigung kennen keinen Fahrplan.

Der Fahrplan: 18 Monate in vier Phasen

PhaseZeitraumKern
1 · Analyse18–12 Monate vorherKritische Rollen identifizieren, Wissenslandkarte der Person erstellen, Nachfolgeentscheid fällen
2 · Dokumentation12–6 MonateDie wichtigsten Prozesse gemeinsam dokumentieren, Jahreskalender, Kontakte und Systemzugänge erfassen
3 · Übergabe6–1 MonatTandem-Phase: Die Nachfolge arbeitet, die Person begleitet; kritische Ereignisse gemeinsam durchspielen
4 · Abschlussletzte Wochen und danachÜbergabedossier, Austrittsgespräch, Konten deaktivieren, Rückschau nach drei Monaten

Die vollständige Checkliste mit 16 Massnahmen, Zeitpunkten und Verantwortlichkeiten gibt es unten zum Herunterladen. Der wichtigste Punkt darin ist unscheinbar: gemeinsam dokumentieren. Bittet man die Person, «ihre Prozesse aufzuschreiben», entsteht erfahrungsgemäss wenig – Expertinnen und Experten sehen ihr Wissen nicht, weil es für sie selbstverständlich ist. Wirksam ist das Interview am konkreten Fall: Eine zweite Person fragt («Und was, wenn …?»), modelliert den Ablauf mit, und die Expertin korrigiert.

Dokumentieren mit Hebel: Prozesse statt Prosa

Zwanzig Seiten Fliesstext pro Aufgabe liest später niemand. Die nützlichste Form ist der dokumentierte Prozess: ein Ablaufdiagramm mit Rollen, ergänzt um die Spezialfälle als Notizen an den betroffenen Schritten, verknüpfte Vorlagen und die Kontaktliste. Das hat drei Vorteile:

Häufige Fehler

Vorlage: Übergabe-Checkliste Wissenssicherung

16 Massnahmen in vier Phasen – von der Analyse 18 Monate vorher bis zur Rückschau nach dem Austritt, mit Zeitpunkt und Verantwortlichkeit – als CSV-Datei für Excel.

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Wissen sichern, bevor es geht

In Prozessatlas wird Wissenssicherung zum Nebenprodukt der täglichen Arbeit: Prozesse mit Diagramm, Rollen und Spezialfällen dokumentiert, wiederkehrende Aufgaben mit Erinnerung terminiert, Stellvertretungen geregelt – und alles an einem Ort statt in persönlichen Ordnern.

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